Portrait Peter Stephan Jungk
Foto: Lillian Birnbaum

Peter Stephan Jungk

geboren 1952 in Santa Monica, Kalifornien, ist Autor zahlreicher Romane, darunter Tigor, Der König von Amerika, Die Reise über den Hudson und Das elektrische Herz, sowie Drehbuchautor, Dokumentarfilmer und Übersetzer (u. a. Woody Allen und Thornton Wilder). Sein Roman über Walt Disney, Der König von Amerika, diente dem amerikanischen Komponisten Philip Glass als Vorlage für dessen Oper The Perfect American. Er studierte am American Film Institute in Los Angeles und war 1977 Regieassistent von Peter Handke bei der Verfilmung von Die linkshändige Frau. 1987 erschien seine vielbeachtete Biografie von Franz Werfel (Fischer Taschenbuch). Zuletzt war er Gastprofessor für Deutsche Literatur in den USA und Österreich. Er lebt mit seiner Frau, der Fotografin und Produzentin Lillian Birnbaum, in Paris, sein Dokumentarfilm über Edith Tudor-Hart (2017) hat große Beachtung gefunden.

Edith hatte das Gefühl, Neuland zu betreten; sie begann sich ein wenig besser zu fühlen. Besorgte sich Filme, streifte im Bezirk umher, fuhr mit dem Riesenrad im Prater zehn-, zwanzig-, dreißigmal im Kreis und schoss ein perfektes Foto, aus einer Gondel aufgenommen, das sie zwei Jahre später wiederholen und technisch wie ästhetisch perfektionieren sollte: durch die Metallstangen hindurch, aus etwa dreißig Metern Höhe, auf den Boden gerichtet, sind auf der Aufnahme vereinzelt Menschen zu erkennen, ameisenklein, und ein Gasthausgarten, hundert Tische, Stühle, keine Gäste. Eine Hochschaubahn bewegt sich so rasch, dass nur ihre Umrisse zu erahnen sind.

Aus: Die Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart. Fischer Taschenbuch 2017




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