Portrait Friederike Gösweiner
Foto: Thomas Larcher

Friederike Gösweiner

Geboren 1980 in Rum, studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Innsbruck, arbeitet als Autorin, Lektorin und Rezensentin. 2016 erschien ihr Roman Traurige Freiheit, ausgezeichnet mit dem Österreichischen Buchpreis in der Katagorie Debüt und 2017 ausgewählt für „Innsbruck liest“. 2022 erschien, wiederum bei Droschl, ihr Roman Regenbogenweiß. Im selben Jahr erhielt sie das Hilde-Zach-Stipendium der Stadt Innsbruck und eine Buchprämie des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport für besonders gelungene belletristische Neuerscheinungen.

Als ihre Mutter anrief, war Filippa dabei, mit einer Gabel die letzten herausstehenden Enden einzelner Spaghetti ins kochende Wasser zu stoßen. Sie schlug vor zu telefonieren, auch mit Bob, zu dritt, mit Video, damit sie das Display des Geräts sehen konnten, sie selber hatte keine Ahnung von der elterlichen Heizung. Es war ein Experiment, ein Videotelefonat hatten sie noch nie gemacht, aber genau so machte man das heute, dafür hatte sie schließlich das Programm auf dem Smartphone der Mutter installiert. Sie mussten neue Wege zu sprechen finden, als Familie, jetzt, wo ihre Mutter allein war. Und Bob konnte sich ruhig auch ein wenig um die Mutter kümmern, es war ja auch seine, dachte Filippa, von sich aus hatte er sich bisher nicht gemeldet, soweit sie wusste.

Aus: Regenbogenweiß, Droschl 2022

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