Portrait Gertraud Klemm
Foto: Bernd Alfanz

Gertraud Klemm

1971 in Wien geboren, studierte Biologie und arbeitete als hygienische Gutachterin bei der Stadt Wien. Seit 2006 ist sie freie Autorin. Ihr Roman Aberland stand 2015 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Für ihre Texte erhielt sie zahlreiche Preise, u. a.: Publikumspreis beim Bachmannpreis 2014, Outstanding Artist Award für Literatur 2020, Ernst-Toller-Preis 2021, Anton-Wildgans-Preis 2022. Zuletzt erschienen ihre Romane Hippocampus (2019) und Einzeller (2023) bei Kremayr & Scheriau.

Lilly hat nämlich einen Plan. Sie wird Zeit gewinnen, sie will im Mai heiraten, in der Wachau, und Aaron findet das gut. Und er weiß nicht, dass sie die Umstände so in Stellung bringen wird, dass es terminlich schwierig werden wird, denn alle wollen in der Wachau im Mai heiraten, an einem Samstag, alle wollen in der schönen blauen Kirche in Dürnstein heiraten, alle wollen im Hotel Richard Löwenherz übernachten, alle, außer ihr. Es ist das Märchen von der Traumhochzeit, das sie aufbauschen kann, zu einem Zeitpolster, den sie zwischen sich und diese Hochzeit schicken darf.

Aus: Einzeller, Kremayr & Scheriau 2023

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